Die Prostatavorsorge wird Männern ab 45 Jahren angeboten, doch trotz erschreckender Statistiken, nehmen viele das Früherkennungsangebot nicht wahr.

Die Prostata – Stiller Arbeiter mit großen Aufgaben

Die kastaniengroße Vorsteherdrüse liegt unterhalb der Harnblase und ummantelt die Harnröhre. Nach hinten wird die Prostata durch das Rektum begrenzt. Bei einem gesunden 20-jährigen Mann erreicht die Prostata eine Größe von ca. 4 cm bei einem Gewicht von ca. 20 Gramm. Sie besteht aus Nerven- und Muskelfasern, Bindegewebe, Lymphgefäßen und mehreren Drüsen. Außerdem verläuft durch die Vorsteherdrüse der Spritzkanal.

Die Prostata übernimmt als Teil der inneren Geschlechtsorgane gleich mehrere wichtige Aufgaben. Sie steuert den Verschluss der Samenwege beim Wasserlassen und ist direkt am Stoffwechsel der Hormone beteiligt. Ihre Hauptaufgabe besteht jedoch darin, einen Teil der Samenflüssigkeit zu produzieren. Das alkalische Prostatasekret ist wichtig für den Transport der Spermien. Als Teil des Ejakulats neutralisiert das Sekret das saure Milieu der Vagina und schafft in der Folge eine Grundlage für den Fortpflanzungsprozess.

Die Prostata ist eine akzessorische Geschlechtsdrüse des männlichen Genitaltrakts, die sich gemeinhin in die folgenden Bereiche unterteilen lässt:

  • Periurethrale Zone (diese Zone ummantelt die Harnröhre zwischen Samenhügel und Harnblasenhals)
  • Innenzone (in dieser Zone befindet sich der Spritzkanal)
  • Außenzone (Hauptteil der Prostatamasse)

Wenn die Prostata Probleme macht

Prostatabeschwerden haben viele Gesichter:

  • Prostatavergrößerung: Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) stellt die häufigste urologische Erkrankung des Mannes dar (1). Eine vergrößerte Prostata kann auf die Harnblase drücken und starken Harndrang verursachen. Da bei einer vergrößerten Vorsteherdrüse regelmäßig Urin in der Blase verbleiben kann, steigt das Risiko auf Harnwegsinfekte. Von daher sollten Sie bereits bei kleineren Auffälligkeiten zum Arzt gehen. Durch Abtasten, Messung des Harndrucks und Bestimmung des PSA-Wertes können Ärzte oft schnelle Diagnosen treffen und in der Folge geeignete Gegenmaßnahmen einleiten.
  • BPS (Benigne Prostatasyndrom): Es ist eine erschreckende Statistik: In Deutschland leiden über 40 % der Männer über 50 Jahren an behandlungsbedürftigen Harntrakt-Beschwerden wie ständigem Harndrang, ein schwacher Urinstrahl, Schmerzen beim Wasserlassen, etc. (2).
  • Schmerzen beim Urinieren: Schmerzen beim Urinieren machen sich in vielen Fällen durch ein unangenehmes Brennen oder Stechen bemerkbar. Oftmals verbirgt sich eine Harnwegsinfektion hinter den Schmerzen, jedoch können ebenso sexuell übertragbare Krankheiten oder Nierenerkrankungen für die Symptome verantwortlich sein. Bei Auffälligkeit empfiehlt sich ein Besuch beim Arzt. In der Regel sorgt bereits ein normaler Urintest für Klarheit.
  • Prostatitis: Bei einer Prostatitis handelt es sich um eine Entzündung der Prostata, die häufig mit Schmerzen beim Wasserlassen und Schmerzen bei der Ejakulation einhergeht. Generell unterscheidet man hierbei zwischen einer akuten bakteriellen, einer chronisch bakteriellen und einer asymptomatischen Prostatitis. Ebenso fallen das entzündliche und nicht entzündliche chronische Beckenschmerzsyndrom unter den Begriff „Prostatitis“.
  • Erektionsstörungen: Männer können durch eine Prostataerkrankung eine erektile Dysfunktion entwickeln. Wenn das Gewebe die Gänge im Prostatainneren verschließt, kann es zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und Erektionsstörungen kommen.
  • Psychische Beschwerden: Nicht selten gehen Prostatabeschwerden mit mentalen Begleiterscheinungen oder physischen Folgen einher. Aus Scham und Angst sprechen viele Männer nur ungern über die Probleme im Intimbereich. Wenn zugleich die Libido betroffen ist, hat dies oftmals Auswirkungen auf die Partnerschaft. Zeitgleich können Prostatabeschwerden die Leistungsfähigkeit negativ beeinflussen. Wer nachts mehrmals zur Toilette gehen muss, schläft häufig unruhig und bekommt die Konsequenzen im Alltag zu spüren.

Prostatakrebs – Darum ist Vorsorge so wichtig

Allein in Deutschland erkranken jährlich mehr als 62.000 Männer an Prostatakrebs (3). Mit 22,7 % ist Prostatakrebs hierzulande die häufigste Krebserkrankung bei Männern (4). Da sich der bösartige Tumor oft in der äußeren Prostataregion ansiedelt, können Tastuntersuchungen Hinweise auf eine mögliche Erkrankung geben. Weiter können Vorsorgeuntersuchungen andere Prostataerkrankungen offenlegen und die Heilungschancen verbessern.

Wie läuft die Prostatavorsorge ab?

Ärzte können die Prostata mit verschiedenen Methoden auf mögliche Erkrankungen untersuchen. Hierbei gehören die rektale Einführung und der PSA-Test zu den gängigsten Untersuchungen. In einem ersten Gespräch befragt der Arzt den Patienten nach Fällen von Prostatakrebs in der Familie, möglichen Vorerkrankungen und anderen Auffälligkeiten. Im Anschluss überprüft der Arzt zunächst den Intimbereich (Penis, Hoden) auf Verhärtungen und Knoten. Im nächsten Schritt legt sich der Patient auf die Behandlungsliege und nimmt eine entspannte Seitenlage ein. Nun führt der Arzt seinen Finger in das Rektum ein, um eine Tastuntersuchung durchzuführen.

In Deutschland hat jeder versicherte Mann ab dem 45. Lebensjahr Anspruch auf eine jährlich Prostatavorsorgeuntersuchung.

Prostatauntersuchung mittels PSA-Test

Bei dem PSA-Test handelt es sich um eine weitere Untersuchung zur Früherkennung von Prostatakrebs. Hierbei wird der prostataspezifische Antigen-Wert gemessen. Im Gegensatz zur Tastuntersuchung müssen Männer den PSA-Test in Deutschland selbst bezahlen. Bei einem PSA-Test nimmt der Arzt Blut ab, das im Anschluss in einem Labor analysiert wird. Es gilt zu beachten, dass der PSA-Wert durch bestimmte Umstände (Geschlechtsverkehr, körperliche Anstrengung, etc.) verfälscht werden kann.

Tipps für eine gesunde Prostata

Immer wieder raten Experten neben regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen zu gängigen Präventionsmaßnahmen, um Prostataerkrankungen aktiv vorzubeugen.

  • Stärken Sie Ihr Immunsystem durch körperliche Aktivität
  • Vermeiden Sie Stress
  • Vermeiden Sie Übergewicht
  • Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung und reduzieren Sie Ihren Fleischkonsum
  • Vermeiden Sie ungesunde Fette, Salze und zuckerreiche Lebensmittel
  • Verzichten Sie möglichst auf Alkohol und Nikotin
  • Gehen Sie in regelmäßigen Abständen zur Vorsorge-Untersuchung
  • Stärken Sie Ihr Becken durch Beckenbodentraining

Diese Lebensmittel können die Gesundheit der Prostata unterstützen

  • Granatäpfel: Granatäpfel enthalten wertvolle Polyphenole, die Prostataentzündungen entgegenwirken
  • Kurkuma: Aufgrund der entzündungshemmenden Wirkung zählt Kurkuma zu den beliebtesten Superfoods der letzten Jahre
  • Sägepalme: Die Serenoa Repens unterstützt die Prostata bei der Aufrechterhaltung der normalen Urinfunktion
  • Zink: Das Spurenelement schützt die Zellen vor oxidativen Schäden

Lesen Sie dazu auch: 3 von 5 Männern haben ab 50 Jahren Prostata-Probleme

Literaturverzeichnis

  1. www.ndr.de. [Online] [Zitat vom: 5. Oktober 2021.] https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Gutartige-Prostatavergroesserung-behandeln-und-operieren,prostata124.html.
  2. prostata.de. [Online] [Zitat vom: 5. Oktober 2021.] https://www.prostata.de/weitere-erkrankungen/benignes-prostatasyndrom/haeufigkeit-von-bph-und-bps.
  3. PROSTATA HILFE DEUTSCHLAND. www.prostata-hilfe-deutschland.de. [Online] [Zitat vom: 5. Oktober 2021.] https://www.prostata-hilfe-deutschland.de/wissen/prostatakrebs-vorsorge-frueherkennung.
  4. Bedke, Prof. Dr. med. Jens, Gratzke, Prof. Dr. Christian und Miller, Prof. Dr. Kurt. DEUTSCHE KREBSGESELLSCHAFT. www.krebsgesellschaft.de. [Online] [Zitat vom: 5. Oktober 2021.] https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/prostatakrebs/definition-und-haeufigkeit.html.